Advent - Las Vegas und das Warten
Mögen Sie den Advent? Die stimmungsvolle Vorweihnachtszeit mit Weihnachtsplätzchen, Weihnachtsgeschenken, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkten, Weihnachtssternen, Weihnachtsengeln?
Die Stadt ist dekoriert ist wie Las Vegas, Gefühlsduselei à la Stille Nacht rührt zu Tränen, dasWeihnachtsgeschäft als Höhepunkt der kommerzialisierten Gesellschaft boomt. Advent: Warten, bis der Spuk vorbei ist?
Es lohnt, sich auf das Warten des Advent einzulassen, denn im Advent verdichtet sich die Spannung des christlichen Glaubens: Das Reich Gottes ist angebrochen, wir warten auf seine Vollendung. Gott hat seine Geschichte mit den Menschen nicht vor 2000 Jahren beendet. Wir müssen uns mit den Katastrophen und den Schreckensmeldungen nicht arrangieren, sondern warten auf die Erfüllung unserer Hoffung. Wir Christen orientieren uns nicht vor allem an der Vergangenheit, sondern schauen voller Erwartung in die Zukunft!
Warten wir nicht schon viel zu lange? Der Religionspädagoge Adolf Exeler: "Advent heißt: Wir erwarten die endgültige Ankunft Jesu Christi und damit die Vollendung dessen, was er begonnen hat. Dabei geht es nicht vorwiegend um die Frage des Zeitpunkts; dann wäre es unfair, uns 2000 Jahre lang über den Termin im Ungewissen zu lassen."
Es ist klar, dass wir auf die Vollendung nicht warten wie an der Bushaltestelle. Gefragt ist ein Warten als Haltung - als Einstellung gegenüber den Menschen und der Welt. Das kann dann auch an der Bushaltestelle sein.
Warten
Warten heißt still werden,
warten heißt offen sein,
bereit werden anzunehmen,
warten heißt vertrauen
zu sich und zu anderen,
warten heißt nicht
mit sich abgeschlossen haben,
warten heißt Unfertigkeit,
Unvollkommenheit, Zukunft.
Warten heißt auch einsam sein.
(KHG Wien)