Taufpaten gesucht!


Wer wird Taufpate?

Ein wunderschöner Vertrauensbeweis ist es, wenn Eltern darum bitten, die Patenschaft für ihr Kind zu übernehmen! Sie suchen für ihr Kind einen Menschen, der es begleitet und sich um es kümmert. Einen Menschen, der ihre Sorge teilt, der Verantwortung und im Notfall Verpflichtungen übernimmt. Der im Alltag als Ansprechpartner für Kind und Eltern zur Verfügung steht und dem Kind an wichtigen Stationen des Lebens zur Seite steht. Als Pate angefragt zu werden ist deshalb Grund genug, sich ein wenig geehrt zu fühlen.

Wie die Erwartungen erfüllen?

Doch man sollte vor einer Zusage auch überprüfen, ob man den Erwartungen gerecht werden möchte. Diese Erwartungen an einen Paten werden oft gar nicht ausgesprochen. Deshalb ist es manchmal nicht leicht, die richtige Balance zu finden zwischen unerwünschter Einmischung und Nachlässigkeit. Im Idealfall geht das Vertrauen der Eltern in den Paten auf das Kind über, so dass sich eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Paten und Kind entwickelt und der Pate eine Rolle als Begleitung im Leben einnehmen kann. Wenn sich die Patenschaft auf materielle Zuwendungen beschränkt, sind oft alle enttäuscht -  Pate, Kind und Eltern. Einen Paten im Sinne des Mentors wünschen sich übrigens auch viele Eltern, die keine Christen sind. Natürlich ist es möglich und sinnvoll, auch ohne Tauffeier einen Menschen um die Patenschaft für das Kind zu bitten.

Religiöse Erziehung - wie geht das?

Die christliche Patenschaft geht über die geteilte Sorge hinaus: Der Pate legt ganz offiziell das Taufbekenntnis ab und verspricht, das getaufte Kind auf seinem Glaubensweg zu begleiten. Deshalb muss der Pate selbst Christ sein, also jemand, der oder die diesen Glauben als Lebensgrund erfahren hat und im Alltag lebt.

Wie kann das aussehen - Verantwortung für die religiöse Erziehung des Kindes zu übernehmen? Glaubensweg und Lebensweg sind für den Christen dasselbe. Deshalb wird es auch bei der christlichen Patenschaft zuerst um Anteilnahme und Unterstützung aller Lebensbereiche gehen. Dazu ist es wichtig, eine freundschaftliche Beziehung zum Kind aufzubauen und zu pflegen. Im Alltag immer wieder den Blick auf Gott zu öffnen, in guten und schwierigen Phasen Gott explizit zu danken oder auf Gottes Beistand zu setzen - das wäre sicher eine angemessene religiöse Erziehung. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, mal eine Geschichte aus der Bibel vorzulesen, zusammen zu beten oder gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Wenn das Kind älter wird, ist es eine Aufgabe des Paten für seine religiösen Fragen offen zu sein und aus eigener Überzeugung Rede und Antwort zu stehen.

Wer kann Pate werden? 

Die formalen Bestimmungen unterscheiden sich je nach Konfession: In der katholischen Kirche muss der Taufpate katholisch getauft und gefirmt sein. Ein evangelischer Christ kann als Taufzeuge zugelassen werden – vorausgesetzt der andere Pate ist katholisch.